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Medaillenflut am Wochenede

Zwei Medaillen konnte Österreich am Freitag in Whistler/Creekside feiern. Claudia Lösch gewann den Super-G der sitzenden Athletinnen, bei den stehenden Sportlern eroberte Hubert Mandl die Bronzemedaille!
Die 21-jährige Claudia Lösch ging als letzte Fahrerin ihrer Klasse auf die Strecke. Klar in Führung lag zu diesem Zeitpunkt die haushohe Favoritin Alana Nichols aus den USA. Der Kommentator im Zielraum sprach bereits von einem entschiedenen Rennen, als Claudia Lösch ihm und allen Zuschauern das Gegenteil bewies. Bei der ersten Zwischenzeit knapp voran, baute die Niederösterreicherin ihren Vorsprung vor allem im Mittelteil gewaltig aus und siegte mit einem Vorsprung von 2,79 Sekunden! Eine Fahrt, die Claudia Lösch selbst überrascht hat: "Ich habe keine Ahnung, wie mir das gelungen ist! Ich habe einfach den Ski sensationell laufen lassen. Dass heute eine Medaille möglich ist, war mir klar. Aber mit Gold habe ich in 3000 Jahren nicht gerechnet, weil die Amerikanerin (Alana Nichols, Anm.) uns die ganze Saison über um die Ohren gefahren ist. Jetzt bin ich einfach glücklich!"
Für die zweite österreichische Medaille im Super-G sorgte Hubert Mandl, der bei den stehenden Athleten auf Platz 3 fuhr: "Endlich ist das Glück zu mir zurück gekehrt. Damit habe ich eine lange Durststrecke seit Salt Lake City beendet."

Österreich hat zum Abschluss der Alpin-Bewerbe in Whistler Creekside noch einmal zugeschlagen und zwei Silbermedaillen durch Jürgen Egle und Claudia Lösch sowie eine Bronzemedaille (Philipp Bonadimann) erobert und hält damit bei insgesamt elf Medaillen (3x Gold, 4x Silber, 3x Bronze)!
Bei den sitzenden Athleten fuhr Jürgen Egle einen fulminanten Slalom und schob sich vom zehnten Platz nach dem Super-G noch auf Rang 2 hinter dem Deutschen Martin Braxenthaler vor! Der Vorarlberger, der im Slalombewerb vergangenen Sonntag als Halbzeitführender ausgeschieden war, holte sich zum Abschluss noch seine verdiente Medaille: "Die Silbermedaille entschädigt natürlich für das Missgeschick im Slalom. Ich bin natürlich überglücklich, dass ich jetzt auch meine Medaille habe und auch darüber, dass ich Philipp (Bonadimann, Anm.) die Medaille nicht weggenommen habe. Jetzt können wir gemeinsam am Podest stehen!"
Egles Vorarlberger Landsmann Philipp Bonadimann war schon nach dem Super-G auf Platz drei gelegen, die drittschnellste Zeit im Slalom sicherte ihm seine zweite Bronzemedaille nach jener im Slalom vergangenen Sonntag: "Ich bin mit dem Ziel her gekommen, eine Medaille zu machen - egal in welcher Farbe. Dass ich jetzt zwei gewonnen habe, ist natürlich umso schöner. Es freut mich auch total, dass Jürgen (Egle, Anm.) die Silberne gemacht hat! Ein großes Dankeschön geht an das gesamte Betreuerteam, die sich für uns hundertprozentig ins Zeug legen!"
Claudia Lösch krönte ihre tolle Leistung bei den Paralympics 2010 mit ihrer vierten Medaille (Gold im Slalom und Super G, Bronze in der Abfahrt). Die 21jährige Niederösterreicherin haderte als Dritte nach dem Super-G mit einem schweren Fehler, fuhr aber im Slalom wieder sehr gut und wurde noch Zweite. Lösch: "Ich habe mich sehr geärgert über den Fehler, aber jetzt überwiegt die Freude über meine Silbermedaille! Zwei Medaillen waren das Ziel, drei habe ich erhofft, dass ich jetzt gleich vier habe, ist natürlich etwas besonderes - jetzt weiß ich, dass sich das harte Training ausgezahlt hat."



Glückwunsch zur Bronzemedaille für Claudia Lösch in der Abfahrt

Claudia Lösch hat heute für Österreichs sechste Medaille bei den Paralympics 2010 gesorgt. Die 21jährige Niederösterreicherin kam auf der schnellen und ruppigen Piste zwar wenige Meter vor dem Ziel zu Sturz, rettete aber Platz 3 und damit die Bronzemedaille.
Die Abfahrt wurde für alle Athletinnen und Athleten zur Mut- und Geduldsprobe. Da die einzige Trainingsfahrt schon eine Woche zuvor absolviert worden war und die Bedingungen am Donnerstag völlig anders waren, kamen viele SportlerInnen zu Sturz. Immer wieder musste das Rennen unterbrochen werden.



Herzliche Gratulation zu Silber für Meusburger

Fünfte Medaille für Österreich bei den Paralympics in Vancouver/Whistler. Robert Meusburger eroberte im Riesentorlauf der stehenden Athleten die Silbermedaille!
Der Vorarlberger war nach dem ersten Lauf noch an vierter Stelle gelegen, fuhr im Finale fulminant und konnte somit seine vierte Medaille bei Paralympischen Winterspielen gewinnen und war nach dem unglücklichen vierten Platz im Slalom erleichtert: "Es ist eine tolle Genugtuung, nachdem ich im Slalom Bronze nur um sechs Hunderstel verpasst habe. Gold war heute außer Reichweite, weil mein erster Lauf nicht optimal war."
Für Hubert Mandl gab es leider nur Blech. Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf dem dritten Platz, verlor im zweiten Lauf aber sukzessive Zeit und verpasste so einen Medaillenrang.



Zweite Medaille für Sabine Gasteiger bei den Paralympics

Bei strömenden Regen holte sich Sabine Gasteiger mit Guide Stefan Schoner Platz 2 und damit die Silbermedaille im Riesentorlauf der sehbehinderten Athletinnen.
Für Sabine Gasteiger war die äußerst widrigen Bedingungen in Creekside ein großes Problem: "Regen ist das Schlimmste für mich - die Tropfen auf der Brille lassen mich so gut wie gar nichts mehr sehen. Es hat mich extreme Überwindung gekostet, heute überhaupt an den Start zu gehen. Stefan hat mich ununterbrochen angeleitet und motiviert. Dass sich die Silbermedaille ausgegangen ist, ist einfach großartig. Es war extrem anstrengend, jetzt muss ich erst einmal regenerieren."



Rauschende Medaillenfeier im Österreich-Haus

Österreichs Paralympics-Team hatte am Sonntag Abend allen Grund zum Feiern: Zwei Mal Gold durch Claudia Lösch und Sabine Gasteiger sowie die Bronzemedaille von Philipp Bonadimann in den Slaloms waren ein sensationeller Auftakt der Alpin-Bewerbe.

Sabine Gasteiger mit Guide Stefan Schoner siegte bei den sehbehinderten Frauen mit zwei Mal Laufbestzeit. Claudia Lösch war in der Klasse der sitzenden Athletinnen nach dem ersten Durchgang Zweite und fuhr mit Wut im Bauch einen fulminanten Finaldurchgang, mit dem sich die 21jährige ihre erste paralympische Goldmedaille sicherte.

Den Medaillenregen am ersten Tag der alpinen Bewerbe komplettierte Philipp Bonadimann, der im Slalom der Sitzenden die Bronzemedaille erobern konnte. Andreas Kapfinger und Reinhold Sampl als Vierter bzw. Fünfter waren stark unterwegs, blieben am Ende aber ebenso unbelohnt wie der Halbzeitführende Jürgen Egle, der im Finale bei der Haarnadel zu Sturz kam und ausschied. Dietmar Dorn wurde 13.

Die Medaillenfeier auf der Medal Plaza in Whistler war am Sonntag eine "österreichische Angelegenheit" - drei Mal Edelmetall wurde von den vielen Fans frenetisch gefeiert. Und beim Abspielen der österreichischen Hymne wurde die eine oder andere Freudenträne vergossen.

Im Österreich-Haus wurden die drei MedaillengewinnerInnen schließlich mit minutenlang anhaltendem tosenden Applaus begrüßt. Gasteiger, Lösch und Bonadimann bekamen eine Überraschungstorte und durften sich am Medaillenbaum verewigen.

Österreich hält damit bei zwei Goldenen und einer Bronzemedaille und liegt im Medaillenspiegel hinter Russland und der Ukraine auf dem hervorragenden dritten Platz. Morgen könnte durchaus weiteres Edelmetall dazu kommen: Michael Kurz startet in seiner Paradedisziplin, 20 Kilometer Langlauf im freien Stil. (10 Uhr Ortszeit, 18 Uhr MEZ) Und in Creekside steht der Slalom der stehenden Athletinnen und Athleten mit Titelverteidiger Robert Meusburger am Programm (ab 10 Uhr Ortszeit, 18 Uhr MEZ).


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