Good Governance

Unter Good Governance versteht man die effiziente und verantwortungsvolle Gestaltung der Verwaltung und Entscheidungsfindung. Neben dem ökonomischen und verwaltungstechnischen Fokus hat die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden, eine zentrale Bedeutung. Diese ethische Dimension äußert sich beispielsweise durch Transparenz, die Einbeziehung wichtiger gesellschaftlicher Gruppen und Minderheiten in die Entscheidungsfindung, Bezug zu Menschenrechten, Demokratie, Partizipation.

Good Governance in Nonprofit Organisationen

Eine Nonprofit Organisation (NPO) ist eine Organisation, die keine wirtschaftlichen Gewinne erzielt, sondern gemeinnützigen Interessen dient. Die Wirtschaftsuniversität Wien versteht darunter Organisationen, die jedenfalls folgende Kriterien erfüllen:

  • Mindestmaß an formaler Organisation (es existiert eine Satzung/Statut oder Gesellschaftsvertrag und es handelt sich um eine juristische Person)
  • Private (also nicht-staatliche) Organisationen (juristische Person des Privatrechts oder juristische Person des öffentlichen Rechts ohne Hoheitsgewalt oder mit Aktivitäten im Ausmaß von unter 5% im Bereich der Hoheitsgewalt)
  • Keine Gewinn- (bzw. Überschuss)ausschüttung an Eigentümer oder Mitglieder, außer es handelt sich wiederum um NPOs, die diese Regel nicht verletzen
  • Minimum an Selbstverwaltung bzw. Entscheidungsautonomie
  • Mindestmaß an Freiwilligkeit (Ehrenamtliche Funktionäre, Freiwilligenarbeit, Spenden o.ä.), außer es handelt sich um die 100% operative Tochter einer NPO, die dieses Kriterium erfüllt. (vgl. WU Wien: Österreichischer NPO-Governance Kodex, 2013; S. 3)

Der Österreichische NPO-Governance Kodex wurde 2013 von der WU veröffentlicht und liefert Empfehlungen zur Gestaltung der Leitung und Aufsicht einer NPO aufgrund von aus rechtlicher Sicht anerkannten Good Practices.
Good Governance in Nonprofit Organisationen äußert sich durch die Grundsätze: Gewaltenteilung, effiziente und verantwortungsvolle Führung und Aufsicht, Transparenz der Leitung und Aufsicht, Berücksichtigung der InteressenträgerInnen.
Im Kodex werden diese Grundsätze sowie die Zusammensetzung, Rechte und Pflichten der unterschiedlichen Organe von Nonprofit Organisationen (Mitgliederversammlung, Leitungsorgan, Aufsichtsorgan, operative Geschäftsleitung) beschrieben: Grundätze S. 5-7, Organe S. 9-17.

Download auf der Website der Wirtschaftsuniversität Wien: Österreichischer NPO-Governance Kodex. Regeln und Leitlinien für die Aufsicht und Leitung einer Nonprofit Organisation. https://www.wu.ac.at/npocompetence/research/npo-governance-kodex-austria/

EU-Projekte zu Good Governance im Sport

Das EU Büro des Europäischen Olympischen Komitees hat im Rahmen eines Projekts (2012-2013) mit 14 anderen Organisationen aus Sport, öffentlicher Verwaltung und Bildung einen "Sport 4 Good Governance" Ausbildungskoffer erstellt, um die erfolgreiche Etablierung von Good Governance Prinzipien in der Verbandsarbeit zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt S4GG

Das Folgeprojekt SIGGS (Support the Implementation of Good Governance in Sport) will Good Governance im Sport fördern und unterstützen, indem praktische Anleitungen zur Verfügung gestellt werden, wie man Prinzipien der guten Verbandsführung umsetzen kann. Good Governance wird zunehmend zu einem Kernthema für die Sportorganisationen auf allen Ebenen. Dafür gibt es viele Gründe, wie der Druck der ordnungsgemäßen Verwendung öffentlicher Mittel sowie die Verantwortung der Sportorganisationen gegenüber ihrem Sport und anderen Stakeholdern.

Weitere Informationen zum Projekt SIGGS auf der Projekt-Website www.siggs.eu

Das Online-Tool zur Selbstbewertung, welches im Rahmen des Projekts entwickelt wurde, steht auf der Website http://siggs.novagov.com/ zur Verfügung.