Die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) ist die Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

Green Events


„It could be said the most environmental friendly event is no event at all. But that’s no fun!“ (Meegan Jones, Autorin „Sustainable Event Management: A Practical Guide“, 2010)

Hintergründe – Warum überhaupt Green Events?

Auch im Veranstaltungsbereich wirkt die Realisierung einzelner „Green-Events“-Maßnahmen sehr vielfältig auf verschiedenste Bereiche: Einerseits wird ein Beitrag geleistet zum Umwelt- und Klimaschutz, es können aber auch soziale und kulturelle Akzente gesetzt und die regionale Wertschöpfung bzw. die regionale Wirtschaft angekurbelt und unterstützt werden.

Die Umstellung auf die Organisation und Durchführung einer Veranstaltung, in der Green Events Maßnahmen berücksichtigt werden, erfordert zu Beginn sicherlich Umdenken und Umstrukturierung. Green Events Maßnahmen bedeuten jedoch keinen Mehraufwand, es müssen nur einige Kriterien berücksichtigt und zu Beginn evtl. Investitionen getätigt werden. Nachhaltig produzierte Produkte sind teilweise kostenintensiver als ihre konventionellen Pendants, aber gerade energiesparende Geräte machen sich längerfristig bezahlt. Zahlreiche Plattformen unterstützen Veranstalter beispielsweise bei der Suche nach Anbietern, deren Produkte und Dienstleistungen ökologisch bzw. nachhaltig produziert werden.

Veranstalter profitieren in vielerlei Hinsicht von einer Umstellung auf ein Green Event. Mit dem bereits angesprochenen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geht eine Kostenreduktion in den Bereichen Abfall sowie Energie- und Wasserverbrauch einher. Förderungen sowie Unterstützungssysteme (z. B. Verleih von Mehrweggeschirr) unterstützen Veranstalter, die Green Events durchführen (Informationen dazu gibt es beispielsweise bei den Initiativen in den einzelnen Ländern). Unbezahlbar ist das positive Image, das durch eine nachhaltig organisierte und durchgeführte Veranstaltung erzielt werden kann. Green Events kann so auch als ein Slogan genutzt werden in der Vermarktung einer Veranstaltung.

Was sind Green Events?

In Österreich finden jährlich tausende Sportveranstaltungen statt – von kleinen Vereinsfesten bis hin zu internationalen Großveranstaltungen, die natürlich einen bedeutenden Image- und Wirtschaftsfaktor für den Veranstalter, die Region oder die Sportart darstellen. Gleichzeitig verbrauchen Veranstaltungen Ressourcen und verursachen Emissionen.

Ein Green Event wird im Einklang mit der Umwelt, der lokalen Wirtschaft und mit sozialer Verantwortung veranstaltet. Es bedeutet den Abfall zu vermeiden, klimafreundlich zu reisen, Energie sinnvoll einzusetzen und somit Umweltbelastungen zu verringern. Es bedeutet regionale und saisonale Produkte zu nutzen und damit die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Es bedeutet auch, alle Menschen einzubinden, darüber zu informieren und die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit zur Bewusstseinsbildung zu nutzen. Green Events sind somit nachhaltige Veranstaltungen, die die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigen: Ökologie, Soziales, Ökonomie.

Während des gesamten Organisationsablaufs, also beginnend bei der Planung einer Veranstaltung bis hin zur Durchführung und Nachbereitung, werden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Das bedeutet, dass nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch die Abläufe in der Planungsphase und bei der Organisation, Green Events Kriterien berücksichtigen.

Maßnahmenbereiche – Was kann man beachten?

Green Events Maßnahmen können in unterschiedlichen Bereichen gesetzt werden. Nachfolgend werden einige Bereiche aufgezählt und Maßnahmen genannt, die als Anregung dienen können. Je nach Art der Veranstaltung können mehr oder weniger Maßnahmen gesetzt werden, zu bedenken gilt, dass auch die Umsetzung einiger weniger Initiativen bereits einen positiven Impact hat.

Mobilität und Klimaschutz: Vor allem im Bereich der Mobilität können zahlreiche Akzente gesetzt werden um Anreisemöglichkeiten ohne PKW zu ermöglichen. Sei es, dass z. B. bei der Terminsetzung Bus- und Zugabfahrtszeiten berücksichtigt werden, Fahrradabstellplätze zur Verfügung stehen, Anreizsysteme für die öffentliche Anreise (z.B. vergünstigte Tickets) geschaffen oder Shuttledienste angeboten werden. Bereits bei der Auswahl des Veranstaltungsortes kann auf die Erreichbarkeit zu Fuß bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln geachtet werden. All diese Möglichkeiten gilt es bei der Bewerbung der Veranstaltung auch aktiv zu bewerben, so dass TeilnehmerInnen und BesucherInnen über An- und Abreisemöglichkeiten informiert sind.

Veranstaltungsort und Unterkünfte: Auch bei der Auswahl des Veranstaltungsortes können bereits in der Planungsphase einige Kriterien und Maßnahmen berücksichtigt werden: Die Nutzung bestehender Gebäude, Parkplätze und Routen und die Berücksichtigung energieeffizienter Gebäudeinfrastrukturen stehen dabei an erster Stelle, Betriebe mit Umweltzertifizierung (z. B. Österreichisches Umweltzeichen) können präferiert werden. Gerade bei Veranstaltungen in der Natur können Schutzkonzepte mit den Umweltbeauftragten vor Ort erstellt werden.

Beschaffung, Material- und Abfallmanagement: Im Bereich des Materialmanagements können bereits im Vorfeld der Veranstaltung Überlegungen getroffen werden, welche Produkte genutzt werden. Prinzipiell gilt: Erst vermeiden, dann trennen, dann entsorgen. Trennen und vermeiden ist mehr als nur Verzicht auf unnötiges Verpackungsmaterial. Maßnahmen, die gesetzt werden können, sind die Nutzung von Mehrweggeschirr und -bechern sowie die Ausschank aus Großgebinden, der gänzliche Verzicht auf Getränkedosen, der minimale Einsatz von Papier und Druckwerke aus Recyclingpapier, Verzicht auf Give-Aways oder Verwendung sozial und ökologische verträglicher Produkte. Für die Veranstaltung selbst soll ein Abfallkonzept erstellt sowie ausreichend Abfallbehälter aufgestellt werden.

Verpflegung (Speisen und Getränke): Im Bereich der Verpflegung stehen v. a. die drei Schlagworte „Bio“, „regional und saisonal“ und „fair“ im Vordergrund. Sowohl beim Angebot von Speisen als auch Getränken sind Bioprodukte zu bevorzugen, die Nutzung regionaler Anbieter kurbelt die regionale Wirtschaft an und saisonale Produkte sollen angeboten werden. Bei Produkten wie Kaffee oder Tee, die regional nicht hergestellt werden, sind fair-gehandelte Produkte zu bevorzugen. Auf vegetarische und vegane Gerichte sollte man ebensowenig vergessen und v. a. BesucherInnen aus dem Ausland können auf die Wasserqualität in Österreich hingewiesen werden und Leitungswasser bzw. Trinkbrunnen angeboten werden.

Energie und Wasser: Im Bereich Energie und Wasser können ebenfalls zahlreiche Maßnahmen gesetzt werden, sofern man nicht direkt abhängig ist vom Veranstaltungsort (diese Kriterien können aber natürlich bei der Auswahl des Veranstaltungsorts eine Rolle spielen): Strombezug aus erneuerbaren Energiequellen, Stromversorgung über das öffentliche Netz, Stromaggregate mit Partikelfilter und der Einsatz energieeffizienter Veranstaltungstechnik. Bei (Sanitär-) Einrichtungen und Geräten kann auf wassersparende Systeme zurückgegriffen und gerade bei Outdoor-Veranstaltungen umweltfreundliche mobile Komposttoiletten eingesetzt werden.

Soziale Verantwortung: Als eine der drei Säulen der Nachhaltigkeit werden bei Green Events soziale Aspekte genauso wie ökologische und ökonomische berücksichtigt. Mit Green Events soll das soziale Miteinander gestärkt werden und ein möglichst großer Personenkreis sich angesprochen fühlen. Dies betrifft nicht nur die TeilnehmerInnen und BesucherInnen, sondern auch die MitarbeiterInnen. Gender Mainstreaming, Fairplay, Barrierefreiheit, Lärmvermeidung, Anrainerinformation – dies sind nur einige der Überlegungen, die berücksichtigt werden.

Kommunikation – ganz im Sinne von „tue Gutes und rede darüber“: Als Veranstalter von Green Events übernimmt man eine Vorbildrolle. Eine gut durchdachte Öffentlichkeitsarbeit kann einerseits als Marketing-Instrument genutzt werden, soll aber auch zu einem Multiplikatoreffekt führen. Über die Maßnahmen, die im Rahmen der Veranstaltung gesetzt werden, können BesucherInnen, TeilnehmerInnen und MitarbeiterInnen über unterschiedliche Kanäle informiert werden (sei es bei der Ausschreibung der Veranstaltung, über Aushänge o. ä.). Der dadurch positive Imagegewinn für den Veranstalter rechtfertigt einen evtl. entstehenden Mehraufwand.

Übersicht der Kriterien für nachhaltige Veranstaltungen (BMNT): www.bmnt.gv.at/umwelt/nachhaltigkeit/green-events/initiative/zsmf-kriterien.html

Initiativen, Labels und Zertifizierungen

Hierarchie

Es gibt mittlerweile unzählige Labels und Siegel, die auf umweltfreundliche oder nachhaltige Produkte hinweisen. Auch für Veranstaltungen gibt es in Österreich Zertifizierungs-Systeme und Labels, die auf die Durchführung von Veranstaltungen im Sinne von Green Events hinweisen.

Das komplexeste Label hinsichtlich der Einreichung, das Veranstalter für Green Events erhalten können, ist sicherlich das Österreichische Umweltzeichen. Es gibt jedoch auch Labels und regionale Initiativen in den einzelnen Bundesländern, die den Fokus auf Nachhaltigkeitskriterien im umfassenden Sinne – also ökologisch, regional-ökonomisch und sozio-kulturell – legen, lediglich ökonomische Aspekte fokussieren – also die Umwelt ins Zentrum stellen – oder die Abfallwirtschaft der Veranstaltung in den Vordergrund der Betrachtung rücken. In den einzelnen Ländern gehen diese regionalen Initiativen auch teilweise mit Förderungen einher.

Das Österreichische Umweltzeichen, dessen Logo von Friedensreich Hundertwasser entworfen wurde und das die Elemente der Ökologie (Erde, Wasser, Natur und Luft) symbolisiert, wurde 1990 geschaffen um einerseits KonsumentInnen zu umweltfreundlichen Produktalternativen zu informieren und andererseits um das Nachfrageverhalten und die Angebotsstruktur in Richtung umweltfreundlichere Produkte und Dienstleistungen zu verändern. Das Umweltzeichen wird derzeit vergeben für Produkte, Bildungseinrichtungen, Anbieter im Bereich Tourismus und Gastronomie und seit 2010 bzw. 2012 auch für Green Meetings und Events. 2018 wird an einer Erweiterung um ein Umweltzeichen für Sportveranstaltungen gearbeitet. Die mit dem Umweltzeichen ausgezeichneten Produkte und Dienstleistungen müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen und deren Einhaltung nachweisen. Weitere Informationen zum Umweltzeichen und zu Produkten, Dienstleistungen und Anbietern, die das Umweltzeichen erhalten haben, sind auf www.umweltzeichen.at zu finden. Bei der Organisation eines Green Events kann diese Plattform genutzt werden, um umweltfreundliche Anbieter im Bereich Veranstaltungsort, Catering oder Produkte zu suchen.

Das Netzwerk „Green Events Austria“ wurde 2006 vom damaligen Lebensministerium in Kooperation mit dem Österreichischen Ökologie-Institut initiiert, um den Trend in Richtung nachhaltiges Eventmanagement zu fördern. Ziel dabei ist die Förderung von Qualitätsstandards für nachhaltige Veranstaltungen, die positive Effekte für Klima- und Umweltschutz und ökonomische Effekte im Abfall- und Energie-Management bewirken. Die regionale Wirtschaft wird angeregt und damit die Wertschöpfung erhöht, soziale Verantwortung übernommen und Glaubwürdigkeit durch Vorbildwirkung angestrebt. Das Netzwerk bietet hierfür eine Plattform für den Austausch von Bund-Bundesländer und holt durch den Wettbewerb Best-Practice Beispiele vor den Vorhang. Gemeinsame Qualitätskriterien für Green Events werden erarbeitet und strategische Partnerschaften, wie z. B. mit der BSO im Bereich der nachhaltigen Sportveranstaltungen, aufgebaut. Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Netzwerks, Downloads von Broschüren und Links sind auf www.greeneventsaustria.at zu finden.

Logo

Mit dem Wettbewerb „nachhaltig gewinnen“ werden jedes Jahr nachhaltige Sport- und Kulturveranstaltungen mit Vorbildcharakter ausgezeichnet und Maßnahmen in den Bereichen Abfall und Beschaffung, Mobilität und Klimaschutz, Speisen und Getränke, Energie- und Wasserverbrauch, Soziale Verantwortung sowie Kommunikation berücksichtigt. Jährlich werden um die 50 Sportveranstaltungen eingereicht. Das Spektrum der eingereichten Projekte ist breit gefächert: Egal ob Laufevent, Radrennen, Rodel- Meisterschaft, Jugendsportevent, Golfturnier oder Sommerfest – in ganz Österreich werden sowohl bei Klein- als auch Großveranstaltungen, Meisterschaften, Trainingslagern oder Infoveranstaltungen Nachhaltigkeits-Aspekte berücksichtigt. Weitere Informationen zum Wettbewerb auf www.nachhaltiggewinnen.at

Logo

Die Infothek Green Events bündelt Informationen für eine nachhaltige Eventbranche und bietet zu den Themenbereichen Mobilität & Klimaschutz, Eventlocation & Unterkunft, Energie & Wasser, Verpflegung & Catering, Beschaffung & Abfall, Eventtechnik & Ausstattung zahlreiche Hinweise, Links und Kontakte für VeranstalterInnen. Das von der pulswerk gmbh betreute Informationsportal ist ein gemeinsames Projekt des BMLFUW und der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Wien: http://infothek.greenevents.at

Des Weiteren gibt es zahlreiche regionale Initiativen im Bereich „Green Events“, die sensibilisieren, informieren, beraten und tlw. auch Förderungen vergeben. Auf den Plattformen und Websites zu diesen Länder-Initiativen werden Informationen, Tipps und Anregungen gegeben, Checklisten zum Download bereitgestellt, regionale Bezugsquellen und Anbieter gelistet und tlw. auch gratis Beratungen oder Vergünstigungen angeboten. Wird eine Veranstaltung in dem jeweiligen Bundesland nach Green Events Kriterien ausgerichtet, kann dafür unter bestimmten Voraussetzungen das jeweilige Logo genutzt werden; Informationen, welche Mindest-Kriterien erfüllt werden müssen, sind auf der jeweiligen Website zu finden.

Bundesland

Initiative

Link

Förderung

Burgenland

Besser Müll Vermeiden;
Feste feiern ohne Müll

www.bmv.at

 

Kärnten

energie:bewusst

www.energiebewusst.at

 

Niederösterreich

Sauberhafte Feste

N:CHECKevent

www.sauberhaftefeste.at

www.ncheck.at/event

Geschirrmobil-Verleih

Oberösterreich

KlimaKultur

www.klimakultur.at

Gratisberatung, max. 700€/Verein/Jahr

Salzburg

Green Event Salzburg

www.salzburg.gv.at/themen/umwelt/nachhaltigkeit/green-event/

Gratisberatung, Vergünstigungen bei Partnerbetrieben

Steiermark

Green Events Steiermark

G´scheit feiern!

www.greenevents.steiermark.at

www.gscheitfeiern.at

geförderte Beratung, Unterstützung bei Organisation und Durchführung

Tirol

Green Events Tirol

www.greenevents-tirol.at

Gratisberatung, Förderung (bis zu 0,50€/TeilnehmerIn), Geschirrverleih, Recyclingstation, Mobilitätslösung

Vorarlberg

g´hörig feschta

www.ghoerig-feschta.at

Gratisberatung

Wien

ÖkoEvent

www.oekoevent.at

Gratisberatung, Mehrweggeschirr-Mietsystem

                                                                                                                                                           (Stand März 2018)

Links

Schwerpunkt im Ö-Sport Magazin 01/2015
BSO-Workshop "Green Events Management im Sportverein" und "Gesellschaftspolitische & soziale Aspekte im Sport": Fortbildungsangebot der BSO