Die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) ist die Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

Leitbild/Satzung

Sportvereine und -verbände können mit der Verankerung von Prinzipien des Respekts im Leitbild, der Satzung oder den Statuten der Organisation ein Zeichen setzen und die Grundlage für die Präventionsarbeit in der Organisation schaffen. Der Aufbau einer Aufmerksamkeitskultur und einer Kultur des Hinsehens sowie des gegenseitigen Respekts fordert Transparenz und eine entsprechende Haltung der Sportorganisation und ihrer Mitglieder. Aufgrund der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit von Vereins- und Verbandsstrukturen, ist eine einheitliche Vorgabe nicht sinnvoll. Sportorganisationen sollten das Thema diskutieren und unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Schwerpunkte sowie der ihr anvertrauten SportlerInnen passende Formulierungen selbst entwickeln. Zur Orientierung können folgende Vorschläge dienen:

Bekenntnis für Respekt und gegen Gewalt

Der __(Verbands-/Vereinsname)__ verurteilt jegliche Form von Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist.

Der __(Verbands-/Vereinsname)__ und seine Mitglieder verpflichten sich,

  • die Würde aller zu respektieren, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischer Überzeugung oder wirtschaftlicher Stellung, sowie Diskriminierung jeglicher Art entgegenzuwirken,
  • alle fair zu behandeln,
  • keinerlei physische oder psychische Gewalt anzuwenden (insbesondere keine sexuelle Gewalt oder sexualisierte Übergriffe in Worten, Gesten, Handlungen und Taten),
  • die persönlichen Grenzen und individuellen Empfindungen zu Nähe und Distanz zu achten und sich dementsprechend respektvoll zu verhalten,
  • sich bei Konflikten um offene, gerechte und humane Lösungen zu bemühen,
  • die Eigenverantwortlichkeit und die Selbständigkeit zu unterstützen,
  • ein pädagogisch verantwortliches Handeln anzustreben,
  • soziales und faires Verhalten und den nötigen Respekt gegenüber anderen zu leben,
  • anzuerkennen, dass das Interesse jedes und jeder Einzelnen, seine/ihre Gesundheit und sein/ihr Wohlbefinden über den Interessen und den Erfolgszielen des __(Verbands-/Vereinsname)__ stehen,
  • Maßnahmen dem Alter, der Erfahrung sowie dem aktuellen physischen und psychischen Zustand anzupassen,
  • nach bestem Wissen und Gewissen den Gebrauch verbotener Mittel (Doping) zu unterbinden und Suchtgefahren (Drogen-, Nikotin- und Alkoholmissbrauch) vorzubeugen,
  • durch gezielte Aufklärung und unter Wahrnehmung der Vorbildfunktion negativen Entwicklungen entgegenzuwirken sowie
  • die im __(Verbands-/Vereinsname)__ gültigen Regeln in Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre (beim Duschen, Umkleiden, auswärtigen Übernachtungen etc.), die Kommunikationskultur (Miteinbeziehung der Erziehungsberechtigten bzw. anderer SportlerInnen), das 6-Augen-Prinzip bzw. das Prinzip der offenen Tür einzuhalten.

Sportorganisationen können die Möglichkeit nutzen, diese Selbstverpflichtung auch über Flyer oder die Website nach außen zu kommunizieren und sich für den Schutz der ihnen anvertrauten SportlerInnen öffentlich zu positionieren. Sie senden damit ein positives Signal für Eltern und zugleich ablehnendes Signal für potenzielle TäterInnen.