Die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) ist die Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

VOICE, Safe Sport

VOICE

Das von der EU geförderten Projekt VOICE befasst sich mit der Aufarbeitung von sexualisierten Übergriffen durch die Stimmen von Betroffenen im Sport. Gemeinsam wurden und werden v.a. im Jahr 2017 in acht EU-Ländern Interviews mit Betroffenen geführt und ihre Berichte in Folge aufgearbeitet. Das finale Ziel des zweieinhalbjährigen Projekts ist die Entwicklung von Empfehlungen und Informationsmaterialien, die europaweit zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport genutzt werden können.
In Österreich betreuen Dr. Rosa Diketmüller und Ursula Rumpler, Bakk. vom Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien das Projekt. 100% Sport und die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien sind Partner im Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt VOICE: www.voicesfortruthanddignity.eu/at

„Safe Sport“

Bisher gab es nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über Machtmissbrauch und Gewalt im Sport. Mit dem Forschungsprojekt „Safe Sport“ wurden in Deutschland von 2014 bis 2017 Ausmaß und Formen sexualisierter Gewalt im Sport untersucht und förderliche bzw. hemmende Bedingungen für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen identifiziert und analysiert. Darauf aufbauend können Maßnahmen zur Prävention und Intervention im Sport weiterentwickelt und somit zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im organisierten Sport beigetragen werden. Projektpartner waren die Deutsche Sportjugend (dsj), das Institut für Soziologie und Genderforschung sowie das Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln und die Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm.
Insgesamt wurden rund 1.800 KaderathletInnen aus 57 Sportverbänden und 128 Sportarten befragt. Studien zur Häufigkeit von Gewalt im Breitensport fehlen bislang noch.

Ausgewählte Ergebnisse der Forschungsstudie „Safe Sport“: Eine von drei AthletInnen gab an, bereits zumindest eine Form von sexualisierter Gewalt im Sport erfahren haben (37 %), eine von 10 AthletInnen schwere und/oder länger andauernde sexualisierte Gewalt (11 %). Heruntergebrochen auf das Geschlecht, sind etwa ein Viertel der befragten männlichen Athleten und fast die Hälfte der befragten weiblichen Athletinnen betroffen. Erschreckend ist, dass die Mehrheit der AthletInnen bei der ersten Gewalterfahrung unter 18 Jahre alt war.
Die Mehrheit der Ereignisse sexualisierter Gewalt findet im Verein statt. Die Größe des Vereins scheint keinen Einfluss zu haben, jedoch scheint es aus subjektiver Sicht der Betroffenen einen Einfluss zu haben, ob in den Vereinen eine Kultur des Hinsehens herrscht (Ansprechperson bei Beschwerden, Regeln für Verdachtsfälle etc.).
Daher lohnt es sich auf Präventionsmaßnahmen von Sportorganisationen zu sehen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „Safe Sport“: www.dsj.de/handlungsfelder/praevention/kinderschutz/forschungsprojekt-safe-sport