BSO präsentiert Studie: Sport und Bewegung sparen dem Staat bis zu 530 Mio. Euro pro Jahr – Potenzial aber lange noch nicht ausgeschöpft

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte die BSO am 09.02.2016 in Wien eine Studie, die den volkswirtschaftlichen Nutzen und das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial von Sport und Bewegung aufzeigt.

Dass Sport und Bewegung einen enormen gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nutzen haben, unterstrich die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) bereits mit der Initiative zur „Tägliche Turnstunde“, die eine Gesetzesänderung und mehr Sport und Bewegung in Österreichs Schulen zur Folge hatte.

Sport und Bewegung sorgen in Österreich für eine jährliche Wertschöpfung von 17 Milliarden Euro, werden aber weiterhin viel zu oft unterschätzt und vernachlässigt! Immerhin spart körperliche Aktivität dem Staat jedes Jahr bis zu 530 Mio. Euro (0,2% des BIP) – und hierbei sind bereits durch Sport entstandene Unfallkosten berücksichtigt!

Könnte die Anzahl der Menschen die sich ausreichend bewegen um nur 10 % gesteigert werden, wären Einsparungen bis zu weiteren 117 Mio. Euro möglich – würde sich die gesamte Bevölkerung regelmäßig bewegen sogar 1,15 Mrd. Euro!

„Österreich müsse weg von einer Reparaturmedizin, hin zu mehr Prävention, um Folgekosten zu sparen“, erklärte Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger in der Wiener Zeitung vom 15.12.2015.

Tatsächlich kostet Inaktivität den österreichischen Staat jährlich bis zu 2,4 Mrd. Euro (5,5% der Gesundheitskosten)! Geld, das in wirtschaftlich angespannten Zeiten dringend benötigt wird.

BSO-Präsident Herbert Kocher sieht daher vor allem die Politik gefordert: „Sport wirkt sich als Querschnittsmaterie auf viele verschiedene Bereiche wie Gesundheit, Wirtschaft oder auch Integration positiv aus. Er ist für Österreich von großer Bedeutung, wird aber oft unterschätzt und zu wenig beachtet. Die BSO fordert daher, die Rahmenbedingungen zur Ausübung von Sport, zum Engagement im Sport und zur Möglichkeit der Angebote für Sport und Bewegung zu optimieren denn der Sport kann viel mehr, wenn man ihn lässt.“

Bei der Pressekonferenz, die auf ORF Sport+ live übertragen wurde, standen u. a. BSO-Präsident Herbert Kocher, ÖFB-Präsident und Vertreter der Fachverbände Dr. Leo Windtner, ASKÖ-Präsident Abg.z.NR Hermann Krist, ASVÖ Burgenland-Präsident Ing. Robert Zsifkovits, SPORTUNION-Präsident und UNIQA Österreich CEO Hartwig Löger, Olympiasieger Benjamin Raich sowie Dr. Anna Kleissner, Verantwortliche für die Studie und stv. Geschäftsführerin von SportsEconAustria, als GesprächspartnerInnen zur Verfügung.

 

Der Download von Fotos dieser Veranstaltung ist unter folgendem Link möglich:
https://www.picdrop.de/leohagen-fotografie/BSO+Pressekonferenz+2016
Passwort: BSO20160209PK
Copyright: Martin Steiger

 

Weitere Studien

Laut einer Studie der Plattform PferdAustria generiert Der Tourismus- und Freizeitfaktor „Pferd“ in Österreichs Volkswirtschaft insgesamt eine Produktion im Wert von bis zu 2,1 Mrd. EUR. Darin stecken rund 0,83 Mrd. EUR an Tourismuseffekten und 1,27 Mrd. EUR an Freizeiteffekten. Gesamtwirtschaftlich lassen sich rund 1,1 Mrd. EUR Wertschöpfung auf den Tourismus- und Freizeitfaktor Pferd zurückführen, es werden bis zu 23.060 Arbeitsplätze bzw. 19.663 Vollzeitäquivalente geschaffen.

Laut Studie der SportsEconAustria im Auftrag des ÖFB werden in Österreich jährlich 317,5 Mio. € an Wertschöpfung im Fußball erwirtschaftet. Inklusive der multiplikativen Effekte beträgt der jährliche Wertschöpfungsbeitrag sogar etwas mehr als 501 Mio. €. Den größten Wertschöpfungsbeitrag generieren die Fußballvereine selbst mit einer direkten Wertschöpfung von 80,3 Mio. € bzw. einer totalen Wertschöpfung von knapp 125 Mio. €. Am zweitstärksten profitiert der Handel (Groß- und Einzelhandel) vom Fußball: Hier wird ein direkter Wertschöpfungsbeitrag von 58,6 Mio. € und ein totaler Effekt von 90,1 Mio. € erzielt. Es folgen die Bereiche „Ausbildung und Nachwuchsarbeit“ (direkter Effekt: 38,4 Mio. €, totaler Effekt: knapp 60 Mio. €) sowie das Spiel-, Wett-und Lotteriewesen (direkter Effekt: 35Mio. €, totaler Effekt: 54,4 Mio. €).

Betrachtet man das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk Fußball, so zeigt sich, dass mit insgesamt 41.201 Arbeitsplätzen jeder 99. Arbeitsplatz in Österreich direkt oder indirekt vom Fußball abhängt. Insgesamt tragen die Beschäftigungseffekte im Fußball zu einem jährlichen Steuer- und Sozialversicherungsaufkommen in Höhe von 115,4 Mio. € bei. Davon profitieren nicht nur die Sozialversicherungsträger (74,2 Mio. €), sondern auch Bund (28,3 Mio. €), Länder (4,2 Mio. €) und Gemeinden (8,7 Mio. €).