Die Eröffnung

In tiefem Respekt vor dem tragischen Unfalltod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritashvili wurden die Fahnen in Vancouver während der Eröffnungsfeier auf Halbmast gehisst.
IOC Präsident Jacques Rogge drückte in einem Statement die tiefe Betroffenheit der Olympische Familie über den Tod des jungen georgischen Sportlers aus. Die Delegation Georgiens zog zum Zeichen der Trauer mit schwarzen Armbinden in das Stadion ein.
Die Eröffnung begann mit einem wagemutigen Sprung des Snowboarders Johnny Lyall durch die Olympischen Ringe. Weltweit beobachteten mehr als 1 Milliarde Menschen die spektakuläre Eröffnungsfeier, zu deren Anfang die vier gastgebenden Ersten Nationen Lil´wat, Musqueam, Squamish und Tsleil-Waututh die Spiele in ihrer Heimat begrüßten.

Mit dem Begriff „First Nation“ werden alle indigenen Völker in Kanada - ausgenommen die Métis (Nachkommen von Cree und Europäern) und die im Norden lebenden Inuit - bezeichnet. Mehr als 300 junge Angehörige der Ersten Nationen sowie Inuits und Metis präsentierten mit einer Tanzeinlage die bunte Kultur dieser Völker.
Die Delegationen von 82 Nationalen Olympischen Komitees zogen danach in das Stadion. Die Österreichische Delegation wurde von den Brüdern Andreas und Wolfgang Linger angeführt, die in Turin die Goldmedaille im Doppelsitzer-Bewerb erringen konnten. Erstmals fungierte dabei ein Brüderpaar als Fahnenträger. Mit dem Erwirken dieser Ausnahmeregelung von der olympischen Tradition konnte das ÖOC einen Herzenswunsch der beiden Brüder erfüllen.
An der Spitze der österreichischen Delegation marschierte erstmals ÖOC Präsident Dr. Karl Stoss. Von den österreichischen Athleten nahmen insbesondere die in Vancouver stationierten Vertreter teil (Snowboarder, Ski-Freestyle, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf).

Aus Whistler kamen nach einer kleinen Andacht mit Österreichs "Olympia-Kaplan" Pater Bernhard Maier neben den Bobfahrern auch die Rodler (Doppelsitzer und Damen) zur Eröffnungsfeier. Skispringer, Alpine sowie die Nordischen Kombinierer mieden knapp vor ihren Bewerben die Strapazen der langen Busfahrt.
General-Gouverneurin Michaelle Jean, die Vertreterin der britischen Krone in Kanada, sprach um 20:32 Uhr Ortszeit die traditionelle Formel "Ich erkläre die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver für eröffnet".
Am Ende der Feier wurde nochmals mit einer Trauerminute des verstorbenen georgischen Sportlers gedacht.
Schließlich fand der längste Staffellauf in der Geschichte Olympias im BC Place Stadion sein Ende. Fünf berühmte kanadische Sportler - Rick Hansen (Rollstuhl-Sportler), LeMay Doan (Eisschnelllauf), Steve Nash (Basketball), Nancy Green (Ski Alpin) und Wayne Gretzky (Eishockey) - entzündeten zunächst erstmals in einem Indoor-Stadion das olympische Feuer in einem als aufwändige Skulptur gestalteten Kessel.
Anschließend wurde das olympische Feuer von Wayne Gretzky noch zu einem gleich gestalteten größeren Freiluft-Kessel ins Hafengebiet von Vancouver überführt, damit das Symbol der Spiele weithin sichtbar ist.
Im kulturellen Rahmenprogramm sangen u.a. Joni Mitchell, Thomas Saulgrain, Measha Brueggergosman und Nikki Yanofsky.

Österreichische Bundes-Sportorganisation