Die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) ist die Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

5-Punkte-Programm der BSO zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Der Schutz vor Gefahren von Missbrauch in jeglicher Form – besonders von Kindern und Jugendlichen – ist in Österreichs Sportverbänden und -vereinen ein gemeinsames Grundprinzip.

(BSO, 13.02.2019)

Der Österreichische Sport nimmt seine Verantwortung für den Schutz der Menschen, besonders dabei der Kinder und Jugendlichen, in den Sportvereinen und Sportverbänden ernst. Die in den letzten Jahren öffentlich breit diskutierten Fälle von erwiesenem und möglichem Missbrauch zeigen deutlich, dass mit der Gründung des Vereins 100% Sport, der Kooperation mit der Opferschutzeinrichtung „die möwe“ sowie anderen Fachstellen, der Beteiligung des Sports an der EU-Initiative für Gender Equality und damit der Maßnahmen zu „Respekt und Sicherheit im Sport“ in Österreich äußerst notwendige Maßnahmen gesetzt wurden.

Das im November 2017 ausgearbeitete und im Jänner 2018 spezifizierte 5-Punkte-Programm des Österreichischen Sports zur Prävention von Missbrauch im Sport wurde für das Jahr 2019 weiterentwickelt:

5-Punkte-Programm des Österreichischen Sports zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport 2019

  • Die Mitgliedsverbände der BSO werden im Rahmen ihres Mitgliedschaftsverhältnisses zum österreichischen Sport über die Ausgangslage, die Bedrohungspotenziale und die möglichen Maßnahmen informiert, um offen und sachlich diskutieren zu können. Dazu werden externe ExpertInnen in die Führungsgremien der Bundesverbände entsandt, regelmäßig im BSO-Mitglieder-Jour-Fixe über das Thema informiert und bei Bedarf andere Kommunikationswege der BSO zu ihren Mitgliedern genutzt (Aussendungen, Newsletter, Versammlungen).

  • Die Verbände werden bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen (wie Einholung Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge, Implementierung Ehrenkodex bzw. Verhaltensleitfaden, Aufnahme entsprechender Hinweise in das Statut, Einsatz von Vertrauenspersonen und MultiplikatorInnen, Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen, Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen) weiter unterstützt. Eine Beispielliste wird geführt. Beratungen zu PSG-Maßnahmen können auch im Rahmen von BSO-Serviceplus abgerechnet werden.

  • Das Netzwerk an geschulten Vertrauenspersonen wird weiter ausgebaut. Die BSO führt ihr Fortbildungsprogramm zu „Respekt & Sicherheit im Sportverein“ weiter und integriert das Thema in andere Module des Sportverein-Management-Kurses. Schulungen für MultiplikatorInnen und ReferentInnen finden in Zusammenarbeit mit dem Verein 100% Sport statt. In jedem Mitgliedsverband soll zumindest eine geschulte Person als interne Ansprechperson für Präventionsmaßnahmen und Krisenbewältigung vorhanden sein.

  • Als zweite Säule neben der innerverbandlichen Präventionsarbeit verstärkt die BSO die Kooperation mit externen Fachinstitutionen. Die Vernetzung mit 100% Sport und dem Kinderschutzzentrum „die möwe“ wird fortgeführt. Eine Kooperationsvereinbarung mit „die möwe“ wird geschlossen; „die möwe“ steht damit auch den Mitgliedsverbänden der BSO als externe ExpertInnenorganisation zur Verfügung. Die Abstimmung mit den Opferschutz-einrichtungen (Round Tables) übernimmt ab Jänner 2019 der Verein 100% Sport.

  • Bis Ende 2019 werden Handlungsempfehlungen für TrainerInnen in Zusammenarbeit mit 100% Sport, „die möwe“, weiteren ExpertInneneinrichtungen sowie Personen aus dem Feld (ÜbungsleiterInnen, InstruktorInnen, TrainerInnen) ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

Zusätzlich steht die BSO als Kooperationspartner für die geplante Studie „Safe Sport Österreich“ zur Verfügung und ist aktives Mitglied in der AG Prävention sexualisierter Gewalt, die bei 100% Sport eingerichtet ist und Maßnahmen im Bereich „Respekt und Sicherheit“ ausarbeitet.

Rückblick auf die Umsetzung des 5-Punkte-Programms zur Prävention von Missbrauch im Sport im Jahr 2018

  • Ziel: 100 geschulte Ansprechpersonen im Sport.
    Umsetzung 2018: 241 TeilnehmerInnen besuchten die 18 von der BSO und 100% Sport angebotenen Schulungen.
  • Ziel: 67 Aufklärungs- und Infotermine in den Vorstandssitzungen der Bundesverbände.
    Umsetzung 2018: 46 der 67 Mitgliedsverbände der BSO wurden besucht und über die Ausgangslage, die Bedrohungspotenziale und die möglichen Maßnahmen informiert. Materialien und Unterlagen wurden allen Verbänden zur Verfügung gestellt.
  • Ziel: Empfehlung der Einholung von Strafregisterbescheinigungen für SportbetreuerInnen.
    Umsetzung 2018: Die Empfehlung wurde im Sinne der DSGVO ausgearbeitet. 37 Verbände haben zusätzlich zu tlw. bestehenden Präventionsmaßnahmen Richtlinien o.ä. implementiert. Eine entsprechende Beispielliste wird geführt.
  • Ziel: Fortbildungsprogramm für die Vereinsebene in jedem Bundesland.
    Umsetzung 2018: Die BSO bot Workshops für Sport-FunktionärInnen in allen Bundesländern an. Darüber hinaus wurden über 100% Sport MultiplikatorInnen und ReferentInnen geschult.
  • Ziel: Vernetzung mit externen ExpertInnen zum Opferschutz.
    Umsetzung 2018: Die BSO arbeitet eng mit 100% Sport zusammen, gemeinsam fanden zwei Round-Table-Gespräche mit Opferschutzorganisationen statt. Die BSO hat eine Kooperation mit dem Kinderschutzzentrum „die möwe“ geschlossen.

5-Punkte-Programm der BSO zur Prävention von Missbrauch im Sport 2018 (19.11.2017)